Gesundheitsmarkt – Basics
Seit über hundert Jahren besteht in den Grundzügen das hiesige Sozialversicherungssystem, etwa 80 Jahre hatten die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) das Steuerungs- und Geldverteilungsmonopol der Gelder aus der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). In diesem System und auf den Fundamenten dieses Systems haben Generationen von Ärzten ihre ärztliche und betriebswirtschaftliche Planung gestellt.
Dies ändert sich gegenwärtig. Das Vertragsmonopol der KVen ist gefallen, Unternehmen der GKV können separate Verträge mit Arztgruppen schließen; die öffentlich-rechtlichen KVen wiederum dürfen privatrechtliche Unternehmen ausgründen. Die bestehende Bedarfsplanung soll 2011 enden – und damit entfällt auch das regionale Versorgungsmonopol der KVen mitsamt der hoheitlichen Aufgaben, sowie der Zulassung von Ärzten zur vertragsärztlichen Versorgung und damit deren Zugang zu den Mitteln der GKV. Obendrein ist eine gegenwärtig noch diskutierte Gesundheitsrichtlinie der Europäischen Union geplant, die möglicherweise mehr Freizügigkeit von Leistungserbringern erzwingen wird.
Eine homogene Einheit „niedergelassene Ärzte“ oder „Krankenhäuser“ gibt es nicht mehr (falls es sie denn je überhaupt gegeben hat). Die Bandbreite von Reaktionen auf die sich ändernden Rahmenbedingungen in den verschiedenen Einrichtungen, Fächern und Situationen (Stadt / Land, Ost/West, Einkommen) ist groß.
Jedoch ist sich die große Mehrzahl der Ärzte, Pflegenden und natürlich der Manager des stetigen und zunehmenden Wandels im Gesundheitswesen bewusst. Der erheblichen und noch weiter zunehmenden Komplexität lässt sich nur mit klarer Strategie und konsequenter Umsetzung in jeder einzelnen wirtschaftlich selbständigen Einheit begegnen. Die Herausforderung im Gesundheitswesen ist dabei die zentralen Werte der Empathie, der patientenorientierten Behandlung und der Balance zwischen optimaler Versorgung und Wirtschaftlichkeit zu erhalten.













